Du bist für dein Glück verantwortlich

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Wir leben zumeist in der Illusion, dass andere Menschen, Ereignisse und Umstände, Gefühle in uns auslösen würden.

Ist der Ehepartner morgen schlecht gelaunt, zieht es uns herunter. Erhalten wir ein Kompliment, freuen wir uns. Werden wir kritisiert, sind wir geknickt oder verärgert. Stehen wir im Stau, sind wir genervt. Wir erleben unsere Gefühle und Stimmungen häufig als etwas, das durch äußere Geschehnisse ausgelöst wird, sei es durch unsere Mitmenschen oder durch Widerfahrnisse.

Diese Wahrnehmungen verleiten uns dazu, andere Menschen oder das Schicksal für unsere Probleme und für unsere Stimmung verantwortlich zu machen. Wir denken, der untreuer Partner ist schuld, dass es uns so schlecht geht, oder die launische Chefin, oder die Wechseljahre, das Wetter, oder das kaputte Auto und so weiter. Tatsächlich sind wir hier doch selbst für unsere Stimmung und natürlich auch für unsere Entscheidungen verantwortlich, beides ist schließlich auch sehr miteinander verknüpft. Jetzt liegt an uns selbst, welche Haltung und welche Einstellung wird zu den Ereignissen entwickeln. So können wir anstatt gekränkt zu sein, uns auch darüber freuen, dass der Partner uns gezeigt hat, dass in unserer Beziehung etwas nicht stimmig ist. Die launische Chefin könnte unser Mitgefühl erregen. Die Wechseljahre könnten die Frau als eine spannende Zeit des Wandels begrüßen. Das Wetter könnte man gelassen hinnehmen. Das kaputte Auto könnte als eine Chance ergriffen werden, um sich mehr zu bewegen und oder sich ein besseres Auto anzuschaffen.

Jedes dieser Ereignisse könnte man als eine gute Übung in Sachen Geduld und Gelassenheit annehmen. Das mag ihnen jetzt vielleicht etwas absurd oder esoterisch anmuten: wer kann sich tatsächlich vorstellen, völlig unabhängig von den äußeren Ereignissen immer gut drauf zu sein? Ich glaube übrigens auch, dass dies möglich ist. Vermutlich ist es keinen Menschen, der vollkommen erhaben über das Verhalten seines Mitmenschen oder persönliche Schicksalsschläge ist, egal wie viel er in seinem Leben bereits reflektiert oder meditiert haben mag. Gleichwohl haben wir viel mehr Spielräume und Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich unserer Gefühle, Gedanken, Stimmungen und Handlungen, als wir gemeinhin annehmen. Wir können aber nur einen aktiven Einfluss auf unsere seelische Befindlichkeit nehmen, wenn wir unsere eigene Verantwortung für diese erkennen. Oft bemerkt man nämlich gar nicht, dass man seine Verantwortung delegiert.

So ist es manchmal auch mit meinen Klienten. So haben manche von ihnen die diffuse Erwartung, ich könnte ihre Probleme lösen. Sie kommen pünktlich zu jedem Termin und hoffen, dass sich irgendwas mit ihnen veranstalte, dass sie von ihrem, erlöst. Aber so funktioniert das nicht. Wenn der Klient erwartet, er könnte ein Gespräch passiv beanspruchen, in dem Sinne, dass ich die Arbeit leiste und der Klient dies als eine Art Dienstleistung entgegennimmt, dann wird er keine Fortschritte machen. Die Klienten, die wenig Verantwortung für sich übernehmen, haben zwar manchmal während einer Sitzung oder einem Gespräch gute Einsichten, aber sie setzen diese nicht um. Andere Klienten hingegen arbeiten zwischen den einzelnen Gesprächen ganz aktiv an ihren Problemen, indem sie sich beobachten, reflektieren, neues Verhalten üben und so weiter.

Diese machen zügig Fortschritte, während die anderen auf der Stelle treten.

Nur sie selber können für ihre Veränderungsprozesse die Verantwortung übernehmen und aktiv daran arbeiten.

Ich möchte sie einmal bitten, darüber nachzudenken, in welchen Lebensbereichen sie ihre Verantwortung delegieren. In welchen Bereichen meinen sie, jemand anderes müsste sich verändern, damit es ihnen bessergeht?

Und da sind wir auch schon wieder bei unserem inneren Kind!

 

Der Erwachsene weiß, dass es wenig Sinn macht, darauf zu warten, dass es wenig Sinn macht, darauf zu warten, dass der Partner sich verändert und es viel sinnvoller wäre, den Partner so zu nehmen, wie er ist. Oder er weiß, dass er sein eigenes Verhalten dem Partner gegenüber verändern könnte um somit seinerseits die Beziehungsqualität zu verbessern.

Unser inneres Kind hingegen klammert an den Erlebnissen und Gefühlen von früher. Negative Glaubenssätze, negative Erlebnisse, und die Prägung machen uns manchmal zu einem Menschen, der uns nicht gut tut. Wer sich allzu gut reflektiert, und mit seinem innerem Kind arbeitet, wird hoffentlich irgendwann die Haltung finden, dass er selbst für sein Glück verantwortlich ist – und zwar zu 100%. Warten wir also nicht darauf, dass andere sich verändern oder darauf, dass irgendetwas passiert, sondern greifen sie in ihr Leben ein und verändern sie das, was sie verändern möchten.

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